Was sind Flöhe?
Flöhe (Siphonaptera) sind flügellose, blutsaugende Insekten, die als Außenparasiten auf Säugetieren und Vögeln leben. Weltweit gibt es über 2.500 bekannte Floharten, doch in mitteleuropäischen Haushalten begegnet man vor allem dem Katzenfloh (Ctenocephalides felis), dem Hundefloh (Ctenocephalides canis) und dem Menschenfloh (Pulex irritans).
Der Lebenszyklus des Flohs
Das Verständnis des Flohlebenszyklus ist entscheidend für eine wirksame Bekämpfung. Flöhe durchlaufen vier Entwicklungsstadien:
- Ei: Das Weibchen legt nach einer Blutmahlzeit bis zu 50 Eier pro Tag ins Fell des Wirts. Die glatten Eier fallen rasch auf den Boden und verteilen sich im Wohnraum. Sie schlüpfen je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit nach 2 bis 14 Tagen.
- Larve: Die etwa 1–5 mm langen, weißen Larven meiden Licht und kriechen tief in Teppichfasern, Ritzen und unter Möbel. Sie ernähren sich von organischen Rückständen und Flohkot. Die Larvenphase dauert 1 bis 2 Wochen.
- Puppe: Die Larve spinnt sich in einen klebrigen Kokon, an dem Staub und Schmutz haften bleiben – eine perfekte Tarnung. Im Kokon ist der Floh nahezu unverwundbar gegen Insektizide. Die Puppenphase kann wenige Tage bis zu mehreren Monaten dauern.
- Adulter Floh: Der fertige Floh schlüpft, wenn Wärme, Erschütterungen oder erhöhtes CO₂ einen geeigneten Wirt anzeigen. Er muss innerhalb weniger Tage einen Wirt finden und kann dann monatelang leben.
Bemerkenswerte Fähigkeiten des Flohs
Sprungkraft
Flöhe gelten als beste Springer im Tierreich, gemessen an ihrer Körpergröße. Sie können bis zu 33 cm weit und 18 cm hoch springen – das entspricht dem Mehrfachen ihrer Körperlänge. Ermöglicht wird dies durch ein elastisches Proteinkissen namens Resilin, das Energie wie eine gespannte Feder speichert und schlagartig freisetzt.
Widerstandsfähigkeit
Der flache, seitlich zusammengedrückte Körper des Flohs ist ideal, um sich im Fell zu bewegen und Druck standzuhalten. Flöhe sind kaum durch Zerdrücken zu töten – der härteste Körperpanzer unter Insekten, bezogen auf die Körpergröße.
Sinneswahrnehmung
Flöhe nehmen potenzielle Wirte über Körperwärme, Erschütterungen, CO₂ aus der Atemluft und Lichtschwankungen wahr. Das erklärt, warum ein Puppenkokon nach einer langen Abwesenheit sofort aktiviert werden kann, wenn jemand die Wohnung betritt.
Flöhe als Krankheitsüberträger
Flöhe können Krankheitserreger übertragen. Historisch bedeutsam ist die Pest (Yersinia pestis), die im Mittelalter durch Rattenflöhe übertragen wurde. In Europa ist dies heute kein relevantes Risiko mehr. Aktuell relevanter sind:
- Dipylidium caninum: Der Gurkenkernbandwurm kann beim versehentlichen Verschlucken eines infizierten Flohs auf Mensch und Tier übertragen werden.
- Bartonella henselae: Der Erreger der Katzenkratzkrankheit wird durch Flohkot übertragen.
Warum sind Flöhe im Winter nicht verschwunden?
Viele Menschen glauben, Flöhe seien ein reines Sommerproblem. Das stimmt nur bedingt: In beheizten Wohnungen herrschen das ganze Jahr über ideale Bedingungen für Flöhe (18–27 °C, hohe Luftfeuchtigkeit). Eine Flohprophylaxe für Haustiere ist daher das ganze Jahr über notwendig.